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Bastei Lübbe AG
/ Schlagwort(e): Jahresergebnis/Jahresbericht
Bastei Lübbe steigert Umsatz bei reduzierter Profitabilität in schwierigem Marktumfeld
Dagegen belasteten insbesondere ein margenschwächerer Umsatz- und Programmmix mit höheren Produktions- und Honorarkosten sowie unterplanmäßige Umsatzentwicklungen in besonders margenstarken Bereichen die Ergebnisentwicklung. Hinzu kamen höhere betriebliche Aufwendungen und Zukunftsinvestitionen in neue Marken, Märkte und innovative Formate. Das Konzern-EBIT reduzierte sich auf 9,3 Millionen Euro (Vorjahr: 17,1 Millionen Euro) und liegt etwas unter der angepassten Prognose (10 bis 11 Millionen Euro). Die EBIT-Marge war ebenfalls entsprechend rückläufig und betrug 7,9 Prozent (Vorjahr: 15,0 Prozent). „Wir haben dieses Jahr unseren Wachstumsweg fortgesetzt. Dabei haben wir durch Innovationen und Akquisitionen unseren unternehmerischen Handlungsrahmen entscheidend erweitert und zugleich weitere Wachstumsimpulse gesetzt, die uns noch viel Freude bereiten werden. Zusätzlich zu diesen Investitionen mussten wir jedoch marktbedingt margenschwächeren Umsatz gegen margenstarken tauschen, was unser diesjähriges Ergebnis belastet. Wir werden das im kommenden Geschäftsjahr ‚zurücktauschen‘ und unsere Ergebnismarge entsprechend nach oben korrigieren“, erläutert Soheil Dastyari, Vorstandsvorsitzender der Bastei Lübbe AG. Im Segment Buch stieg der Umsatz von 107,0 Millionen Euro auf 111,4 Millionen Euro. Hierzu trugen insbesondere die erfolgreichen Neuveröffentlichungen der Bestsellerautoren Dan Brown und Ken Follett der Verlagsmarke Lübbe bei. Äußerst positiv entwickelten sich die Umsätze im Kinderbuch-Verlag Baumhaus, die aufgrund der anhaltend starken Nachfrage nach Jeff Kinneys Reihe „Gregs Tagebuch“ um deutliche 20,0 Prozent gesteigert werden konnten. Andere Bereiche blieben teilweise hinter den Erwartungen zurück. Das galt auch für die Community-getriebenen Geschäftsmodelle der Verlagsmarken LYX, Community Editions und ONE, die jeweils Umsatzeinbußen verzeichneten. Dies war bei LYX nach dem großen Vorjahreserfolg der Amazon-Prime-Adaption von Mona Kastens Roman „Save Me“ unter dem Titel „Maxton Hall“ zwar erwartet worden, fiel jedoch stärker aus als gedacht. Positiv entwickelte sich weiterhin der Bereich Audio. Hier lagen die Umsätze von Download- und Streaming-Inhalten um 6,4 % über dem Vorjahresniveau. Wesentlicher Treiber war dabei die sehr erfolgreiche Vermarktung der digitalen Angebote, während die Umsätze mit Hörbuch-CDs stagnierten. Unterstützt wurde das Umsatzwachstum des Segments Buch außerdem durch die erstmalige Vollkonsolidierung der Siebter Himmel Bastei Lübbe GmbH nach deren erfolgreicher Geschäftserweiterung sowie den Erwerb der Papertoons GmbH. Das EBIT des Segments Buch lag im Berichtsjahr mit 8,6 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 16,2 Millionen Euro. Eine rückläufige EBIT-Entwicklung war dabei erwartet worden, fiel jedoch stärker als zuvor prognostiziert. Dies ist im Wesentlichen auf eine hinter den Erwartungen zurückgebliebene Umsatzentwicklung in margenstarken Bereichen zurückzuführen, aus der sich eine im Vergleich zur Prognose geringere Rohertragsmarge mit relativ hohen Produktions- und Honorarkosten ergab. Der Umsatz des Segments „Romanhefte“ belief sich auf 7,0 Millionen Euro und lag damit wie erwartet nahezu auf dem Vorjahresniveau von 7,1 Millionen Euro. Während sich der anhaltende Rückgang der Verkaufsstellenzahlen im Pressehandel weiterhin belastend auf den physischen Umsatz auswirkte, konnten im Webshop sowie mit digitalen Produkten leichte Umsatzzuwächse erzielt werden. Das Segment-EBIT lag mit 0,7 Millionen Euro zwar unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 0,9 Millionen Euro), übertraf jedoch die Prognose von etwa 0,5 Millionen Euro. Ausschlaggebend hierfür war insbesondere eine besser als erwartete Rohertragsmarge, die von rückläufigen Kosten im Wareneinsatz profitierte. Die Kosten sind im Geschäftsjahr 2025/2026 mit 11,5 Prozent deutlich überproportional zum Umsatz gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf den Materialaufwand zurückzuführen, der im Berichtsjahr um 8,7 Millionen Euro von 55,5 Millionen Euro auf 64,2 Millionen Euro zunahm. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf den im Berichtsjahr besonders hochwertigen und publikumsstarken Programmmix zurückzuführen, der durch einen höheren Anteil reichweitenstarker Spitzentitel namhafter Autorinnen und Autoren sowie durch aufwendig ausgestattete Printausgaben mit besonderer Wertigkeit in Herstellung und Veredelung geprägt war. Diese Programmschwerpunkte sind typischerweise mit einer höheren Materialaufwandsquote und einer schwächeren Marge verbunden. Zusätzlich führte die unterplanmäßige Umsatzentwicklung in besonders margenstarken Bereichen zu einer weiteren Erhöhung der Materialaufwandsquote und belastete damit die Gesamtmarge. Die Materialaufwandsquote nahm entsprechend von 48,7 Prozent auf 54,2 Prozent zu. Der Personalaufwand lag im Berichtsjahr mit 22,7 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres von 22,6 Millionen Euro. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Berichtsjahr um 2,2 Millionen Euro von 20,8 Millionen Euro auf 23,0 Millionen Euro, im Wesentlichen durch höhere IT-Aufwendungen sowie Werbe- und Vertriebskosten. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erhöhten sich von 2,5 Millionen Euro im Vorjahr auf 3,1 Millionen Euro im Berichtsjahr. Die gestiegenen betrieblichen Aufwendungen standen darüber hinaus auch im Zusammenhang mit Zukunftsinvestitionen der Verlagsgruppe in neue und innovative Produkte, Märkte und Marken. Diese sollen das Umsatz- und Ergebniswachstum in den kommenden Geschäftsjahren unterstützen. Beispiele hierfür sind etwa das neue Audiobuchformat shelfie.audio, das Hörbücher wieder physisch erlebbar macht, die neue literarische Verlagsmarke Pfaueninsel, der Erwerb des ersten deutschen Manhwa- und Manga-Verlags Papertoons oder der Einstieg der Community-Marke LYX in den US-amerikanischen Markt. Das EBIT des Konzerns verringerte sich vor diesem Hintergrund im Geschäftsjahr 2025/2026 auf 9,3 Millionen Euro nach 17,1 Millionen Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis vor Ertragsteuern betrug im Berichtsjahr 9,1 Millionen Euro (Vorjahr: 16,5 Millionen Euro). Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern in Höhe von 2,7 Millionen Euro (Vorjahr: 5,1 Millionen Euro) ergab sich ein Konzernperiodenergebnis von 6,4 Millionen Euro (Vorjahr: 11,4 Millionen Euro), welches mit 6,4 Millionen Euro (Vorjahr: 11,3 Millionen Euro) auf die Anteilseignerinnen und -eigner der Bastei Lübbe AG entfällt. Das Ergebnis pro Aktie belief sich entsprechend auf 0,48 Euro nach 0,86 Euro im Vorjahr. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg im Berichtsjahr erheblich von -0,6 Millionen Euro im Vorjahr auf 10,8 Millionen Euro. Hier war der Vorjahreswert stark durch den Mittelabfluss aufgrund der Beendigung des Factoringprogramms belastet. Dadurch liegt auch der Free Cashflow (Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit zuzüglich Cashflow aus Investitionstätigkeit) mit 9,1 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahr (-1,8 Millionen Euro) und auch über den eigenen Erwartungen (7 bis 9 Millionen Euro). In der Konzernbilanz verringerten sich die langfristigen Vermögenswerte zum 31. März 2026 auf 49,8 Millionen Euro (31. März 2025: 56,6 Millionen Euro), im Wesentlichen aufgrund einer Wertminderung der 20-prozentigen Beteiligung an der Räder GmbH um 5,0 Millionen Euro. Die Wertminderung wurde erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Mit einer Eigenkapitalquote von 60,5 Prozent und einem Nettofinanzvermögen von 11,7 Millionen Euro blieb die Finanzlage weiterhin sehr solide. Die Bilanzsumme zum Ende des Geschäftsjahres 2025/2026 lag bei 109,0 Millionen Euro (Vorjahr: 114,3 Millionen Euro). „In einem herausfordernden Marktumfeld wurde unsere Profitabilität im abgelaufenen Geschäftsjahr stärker belastet als erwartet. Gleichzeitig haben wir den Free Cashflow deutlich verbessert. Damit haben wir unsere finanzielle Flexibilität weiter gestärkt und verfügen über den notwendigen Handlungsspielraum, um unsere strategischen Vorhaben konsequent weiterzuverfolgen und die Profitabilität wieder zu steigern. Mit dem Dividendenvorschlag von 25 Cent je Aktie wollen wir unsere Aktionärinnen und Aktionäre erneut angemessen am Unternehmenserfolg beteiligen und schöpfen den Rahmen unserer Dividendenpolitik bewusst aus“, ergänzt Mathis Gerkensmeyer, Finanzvorstand der Bastei Lübbe AG. Für das abgelaufene Geschäftsjahr schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 09. September 2026 eine Dividende von 25 Cent (Vorjahr: 36 Cent) je Aktie vor, was 50 Prozent des ausschüttungsfähigen Ergebnisses entspricht und damit am oberen Ende der definierten Dividendenpolitik (Ausschüttungsquote 40 bis 50 Prozent) liegt. Die Kombination des Kulturguts und Unterhaltungsmediums Buch mit attraktiven digitalen Angeboten in eBook und Audio ermöglicht ungebrochen chancenreiche und renditestarke Geschäftsmodelle mit vielfältigen Wachstumspotenzialen. Daher geht der Vorstand weiterhin von steigenden Umsätzen aus. Dabei steht der Erfolg der Verlagsmarken LYX, ONE und pola für übergreifende Chancen und Potenziale der Community-getriebenen Modelle, die mit der neuen Verlagsmarke Papertoons um den Bereich von Manhwas und Mangas ergänzt wurde. Die inhaltliche Neuausrichtung der Verlagsmarke Lübbe wird weiter umgesetzt. Mit Pfaueninsel wurde eine neue Verlagsmarke im Bereich der literarischen Unterhaltung erfolgreich gestartet. Bei Community Editions und Moba wird eine positive Entwicklung der Ertragskraft erwartet. Bei allen Verlagsmarken wird die Strategie im Bereich eBook und Hörbuch umgesetzt. Auch hier ist weiteres Wachstum geplant, das im Bereich Hörbuch auch vom neuen Produkt shelfie.audio unterstützt wird. Der zuletzt eröffnete Store des Siebten Himmel in Leipzig soll weiter etabliert werden und die Stammgeschäfte in Köln erfolgreich ergänzen. Im Segment Romanhefte geht der Vorstand aufgrund der Herausforderungen im Pressevertrieb von einer rückläufigen Ertragslage gegenüber dem Berichtsjahr aus. Die Profitabilität soll nach dem Rückgang im Berichtsjahr wieder deutlich gesteigert werden. Dabei soll insbesondere der Materialaufwand durch Optimierung des Druckaufwands und Reduktion der Honoraraufwandsquote gesenkt und dementsprechend die Rohertragsmarge wieder gesteigert werden. Ergänzt wird dies durch eine angemessene Kostendisziplin im gesamten Konzern. Im Programmbereich ist das Geschäftsjahr 2026/2027 bereits mit einigen Bestsellererfolgen gestartet, darunter ein Buch über die Pfaueninsel von Zeit-Herausgeber und Bestseller-Autor Florian Illies oder das Sensationsdebüt „Die Namen“ von Florence Knapp. Weitere Bestseller-Autorinnen wie Julia Franck, Caroline Bernard oder Rebecca F. Kuang werden folgen. Auch Social-Media-Größen wie Paluten, ViktoriaSarina und Carmushka werden wieder an den Start gehen. Zudem stehen zahlreiche Zweitverwertungen der großen Bestseller des Vorjahres im Paperback-Format an: Dan Brown, Ken Follett, Rebecca Gablé und Holly Jackson sind hier Garanten für große Auflagen. Die preisgekrönte Thriller-Autorin Vera Buck konnte für Lübbe gewonnen werden. Bei LYX, dem Verlag für New Adult, stehen Neuerscheinungen von Lena Kiefer, Sarah Sprinz, Anabelle Stehl und Thea Guanzon sowie die neue Formel-1-Romance „Champagne Problems“ der Weltbestseller-Autorin Hannah Grace auf dem Programm sowie auch die französische New-Adult-Reihe „Campus Driver“ von C.S. Quill, die noch dieses Jahr als Serie auf Amazon Prime zu sehen sein wird, und der große BookTok-Hype-Titel „Daggermouth“ von H.M. Wolfe. Der Young-Adult-Verlag ONE ist mit Katie Kentos „Missing Page“ bereits auf Platz 1 der Jugendbuch-Bestsellerliste gestürmt, Neuerscheinungen von Alexandra Moody, Kira Licht und Jessica Felleman werden folgen. Im Kinderbuchbereich wird Jeff Kinney einen neuen Band seiner weltweiten Erfolgsreihe „Gregs Tagebuch“ veröffentlichen sowie einen weiteren Band mit Gruselgeschichten aus der Sicht von Gregs bestem Freund Rupert. Hinzu kommen neue Fortsetzungstitel um die Apfelhexe „Petronella Apfelmus“ von Sabine Städing oder die herzigen Freunde „Stock und Stein“ von Anne-Kathrin Behl. Für das Geschäftsjahr 2026/2027 prognostiziert der Vorstand daher einen Konzernumsatz in einer Bandbreite von 118 bis 122 Millionen Euro (Berichtsjahr: 118,4 Millionen Euro). Auf das Segment Buch entfallen davon zwischen 111 und 115 Millionen Euro (Berichtsjahr: 111,4 Millionen Euro) und auf das herausfordernde Segment der Romanhefte etwa 7 Millionen Euro (Berichtsjahr: 7,0 Millionen Euro). Nach dem Rückgang im Berichtsjahr wird erwartet, dass das EBIT im Geschäftsjahr 2026/2027 deutlich überproportional zum Umsatz steigen wird um etwa 10 Prozent bis 30 Prozent. Die EBIT-Prognose liegt damit bei 10 bis 12 Millionen Euro (Berichtsjahr: 9,3 Millionen Euro). Die erwartete EBIT-Marge soll wieder deutlich gegen das Niveau von 10 Prozent streben. Für das Segment Buch liegt das Ziel-EBIT zwischen 9,5 und 11,5 Millionen Euro (Berichtsjahr: 8,6 Millionen Euro). Für das Segment Romanhefte wird ein EBIT von etwa 0,5 Millionen Euro (Berichtsjahr: 0,7 Millionen Euro) angestrebt. Der Geschäftsbericht 2025/2026 der Bastei Lübbe AG ist unter www.bastei-luebbe.de verfügbar. Die Bastei Lübbe AG ist die führende unabhängige Verlagsgruppe in Deutschland. Das Unternehmen mit Sitz in Köln ist auf die Publikation von Büchern, Hörbüchern und eBooks mit hochwertiger populärer Unterhaltung fokussiert sowie auf periodisch erscheinende Romanhefte. Insgesamt gehören zum Unternehmen mehr als 14 Verlagsmarken. Bastei Lübbe versteht sich als Innovationstreiber der Branche und hat unter anderem mehrere stark wachsende community-getriebene Geschäftsmodelle erfolgreich aufgebaut. Im Bereich der Digitalmedien gehört die Bastei Lübbe AG ebenfalls zu den Vorreitern und produziert tausende Audio- und eBooks, die über alle digitalen Verwertungskanäle vertrieben werden. Der Konzern erzielt einen Jahresumsatz von über 118 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2025/2026). Seit 2013 sind die Aktien des Unternehmens im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert (WKN A1X3YY, ISIN DE000A1X3YY0). Weitere Informationen sind unter www.bastei-luebbe.de zu finden. Julia Kikillis
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